04.11.2026

Ein Einblick in die Sanierung der Remchinger Wasserschächte

Wenn man den Wasserhahn aufdreht, kommt Wasser raus – das ist für uns selbstverständlich. Nur wenige machen sich Gedanken, wo das Wasser herkommt, wie es in das eigene Haus gelangt und wohin es geht, wenn es den Abfluss runterläuft. Wir nehmen Sie mit ins Verborgene unter die Straße und in alte, vier Meter tiefe Wasserschächte.

Altes Schieberkreuz / (c) Gemeinde Remchingen; Michael CrocollStellen Sie sich vor, es gibt einen Wasserrohrbruch. Eigentlich nicht bei Ihnen und auch nicht in der direkten Nachbarschaft, aber das Wasser ist trotzdem weg. Grund dafür ist, dass das Schieberkreuz in der Nähe des Rohrbruchs marode ist. Das Wasser konnte dort nicht abgestellt werden, stattdessen musste ein weiter entferntes Schieberkreuz verwendet werden und nun haben auch Sie kein Wasser mehr. Wie lange das geht? Kann man nicht sagen. Ärgerlich und in Remchingen nicht unmöglich: „Das Wasserversorgungsnetz in Remchingen ist teilweise sehr marode. In den letzten Jahren häufen sich Wasserrohrbrüche und auch einige Schieberkreuze sind nicht mehr zu gebrauchen“, erklärt der Remchinger Wassermeister Michael Crocoll. Die Wasserschächte sind zum Teil 60 bis 70 Jahre alt. Das Alter macht sich bemerkbar, beispielweise an einem Schieberkreuz Im Gründle in Darmsbach. Crocoll berichtet: „Als wir das Handrad bewegt haben, um das Wasser abzustellen, ist es uns abgebrochen.“ Hier wurde der Wasserschacht nun neu gemacht, als einer von sieben in diesem Jahr. Bereits 2025 sind sechs Schächte erneuert worden. Rund 380.000 Euro kostet die Maßnahme die Gemeinde, 2025 waren es bereits 250.000 Euro. „Stück für Stück müssen und werden wir die Sanierung unseres Wassernetzes in Angriff nehmen“, bekräftigt Bürgermeisterin Julia Wieland. „Wir verlieren jedes Jahr Unmengen an Wasser. In dem Bereich ist einfach zu lange nichts gemacht worden.“

Von gefährlichen Abstiegen zu modernen Lösungen

Der Schacht wurde bereits abgebrochen / (c) Gemeinde Remchingen; Michael CrocollDer Wasserschacht Im Gründle war nichts Besonderes: etwa zwei Meter tief, erreichbar über einen Schachtdeckel, durch den gerade so ein erwachsener Mann passt. Rund 80 dieser Schächte gibt es in Remchingen. „Nicht alle sind so leicht zugänglich“, wie der Wassermeister erklärt. „Es gibt auch Schächte, die bis zu vier Meter in die Tiefe gehen. Runter kommt man über Haken an der Wand, die auch nicht mehr ganz neu sind.“ Die schrittweise Sanierung der Schächte minimiere daher auch die Unfallgefahr. 30 bis 50 Jahre halten die neuen Schächte, die am Ende nur noch durch kleine Deckel auf der Straße erkennbar sind.

Crocoll erklärt den Ablauf: „Die Straßendecke über dem bestehenden Schacht wird entfernt. Stück für Stück wird der Asphalt dort ‚abgeknabbert‘. Das alte Schieberkreuz wird abmontiert und entfernt. An die Anschlüsse wird ein neues Kreuz angeschlossen. Dann kommt Sand drauf, grober Splitt, Asphalt und schließlich der Feinbelag.“ Bedient wird das neue Schieberkreuz von oben auf der Straße. Nur die aufklappbare 

Das neue Schieberkreuz wurde installiert / (c) Gemeinde Remchingen; Michael Crocoll

Schieberkappe ist dann noch sichtbar. Mit einem  Schieberschlüssel lässt sich der Streckenschieber einfach auf- und zudrehen. So muss auch nicht mehr in die Tiefe abgestiegen werden. Für den Austausch eines Schieberkreuzes braucht die ausführende Firma drei bis vier Stunden. Die gesamte Sanierung eines Schachtes dauert rund eine Woche. „Es ist eine Maßnahme, die im Verborgenen bleibt, sobald sie abgeschlossen ist. Aber sie erleichtert unseren Wassermeistern und dem Bauhof die Arbeit, indem sie schneller, einfacher und gezielter auf Probleme in der Wasserversorgung reagieren können. Das wirkt sich auch positiv auf die Bürgerinnen und Bürger aus“, so die Bürgermeisterin.

Derzeit findet die Sanierung eines Schachts in der Hegenachstraße/Goethering statt. In den nächsten Wochen folgen die Schächte an den Kreuzungen Veilchenstraße/Neuwiesenstraße, Neuwiesenstraße/Goethering, Reutäckestraßer/Goethering, Königsbergerstraße/Danziger Ring, Beuthenerstraße/Tilsiter Straße.Auf der Straße ist nicht mehr viel vom Schacht zu sehen / (c) Gemeinde Remchingen; Michael Crocoll