21.07.2026

50 Jahre Schlossbad - Menschen und Geschichten: Andreas Ebel

Andreas Ebel
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Andreas Ebel

Das Schlossbad feiert 2026 sein 50-jähriges Jubiläum. Seit 1976 öffnet es Jahr für Jahr seine Tore für hunderte Gäste aus Remchingen und der Umgebung. Jeden Monat der Saison stellen wir Ihnen eine Person vor, die auf besondere Art und Weise mit der Geschichte unseres Freibads verbunden ist.

Vom Badegast zum Betriebsleiter

Für Andreas Ebel ist es dieses Jahr die siebte Saison, die er als Betriebsleiter im Schlossbad Remchingen eröffnet. Seine Verbundenheit mit der Einrichtung geht aber eigentlich weiter zurück. Zum 50. Jubiläum blickt der erfahrene Betriebsleiter und frühere Badegast auf seine abwechslungsreiche Geschichte mit dem Freibad zurück.

Hallo Herr Ebel, seit wann sind Sie als Betriebsleiter dabei?

Ich bin 2020 Betriebsleiter in Remchingen geworden, also bald seit sieben Jahren hier.

Haben Sie davor schon etwas Ähnliches gemacht?

Ja, ich hatte schon davor eine Karriere als Bademeister. Für 16 Jahre, von 2002 bis 2018, habe ich zum Beispiel das Emma-Jaeger-Bad in Pforzheim geleitet. In die Lehre gegangen bin ich 1993, bis ich dann 1996 zum „Bademeister-Gehilfen“ wurde, wie man es damals noch nannte.

Haben Sie einen Bezug zu Ihren Vorgängern?

Die erste Erfahrung mit einem meiner Vorgänger hatte ich nicht als Betriebsleiter, sondern als ich noch kleiner war. Als Kind bin ich fast einmal im Nichtschwimmerbecken ertrunken. Ich wurde dann von Hans Burkhardt, der damals Bademeister hier war, gerettet. Er meinte danach spaßhaft: „Das wird mal ein Schwimmmeister.“ Damals wusste nur noch niemand, dass es sich tatsächlich bewahrheiten würde.

Der Bezug zu meinen Vorgängern ist aber nicht nur rein persönlich. Für mich zählt der Einfluss aller Bademeister. Der ist auch noch immer sichtbar, zum Beispiel an den Bäumen und der Begrünung. Die wurden noch von Hans Burkhardt gepflanzt und seitdem über jede Generation gepflegt und weitergegeben. Das Bad wäre heute nicht, was es ist, wenn nicht jeder meiner Vorgänger sein Herzblut dafür gegeben hätte. Man muss sein Bad einfach lieben.

Was schätzen Sie an Ihrem Beruf?

Für mich stechen vor allem die persönlichen Beziehungen heraus, die meinen Alltag prägen. Sei es zwischen uns und den Badegästen oder den Badegästen untereinander: Wir haben hier wirklich einen familiären Rahmen. Man fragt zum Beispiel nach, wenn jemand einmal nicht da ist und erkundigt sich nach den anderen. Genauso schätze ich die Kooperation mit der Verwaltung, die ebenfalls gerne hilft. Dieser Rückenwind ist wirklich viel wert.

Meine Aufgaben gestalten sich außerdem sehr abwechslungsreich. Mit Erste-Hilfe-Übungen, Gartenarbeiten und Verwaltungsangelegenheiten wird es einem nie langweilig. Das ist natürlich auch ein großer Aufwand, der anderswo Zeit kostet. Meine Frau scherzt sogar manchmal, dass ich mit dem Bad verheiratet bin. Es ist eben ein Leben mit dem Bad, das mir aber durch viele hilfsbereite Leute etwas einfacher gemacht wird.

Haben Sie im Laufe Ihrer Anstellung hier etwas Neues gelernt?

Es ist als Bademeister besser, Gastgeber zu sein, statt den „Badsheriff“ zu spielen. Mit dieser Herangehensweise vermeidet man viele Konflikte und ermöglicht Dialog auf Augenhöhe. Die meisten Badegäste machen es einem einfach. Man spürt, dass die Remchinger ihr Bad wirklich sehr schätzen. Besonders gefreut hat mich die große Zahl der Freiwilligen, die gleich zu Beginn meiner Anstellung während der Corona-Zeit geholfen haben. So ein Engagement ist nicht selbstverständlich.

Was hat sich seit Ihrer Anstellung im Bad verändert?

Um ehrlich zu sein, bin ich froh, dass sich das Erscheinungsbild des Freibads innerhalb meiner Laufbahn nicht wesentlich verändert hat. Die Becken wurden zwar erneuert und saniert, sind im Kern aber die gleichen geblieben. Es ist generell eine schöne Anlage und das sollte so bleiben.

Gibt es einen besonders schönen Moment, den Sie mit dem Ort verbinden?

Als Singener habe ich natürlich mit meinen Freunden große Teile meiner Freizeit und Jugend hier verbracht. Früher wurden auch regelmäßige Schulwettbewerbe und Schwimmtage im Sommer veranstaltet, an denen wir teilgenommen haben. Wie viele davon ich gewonnen habe, verrate ich aber nicht. Zu dieser Zeit gab es zum Beispiel auch noch die Minigolf-Anlage, den großen Pilz und die Steinrutsche. Das ist das Bild, das man von damals einfach noch im Kopf hat. Es ist auch schön, dass wir heutzutage mit Angeboten wie dem Einhornspringen etwas für junge Leute ermöglichen können. Ich muss allgemein sagen, dass ich die Jugendlichen in Remchingen loben muss und mich immer wieder freue, wie viele unserer Veranstaltungen sie unterstützen und begleiten.  

Seit seiner Eröffnung hat das Schlossbad für Remchingen und die Umgebung einen hohen Stellenwert erreicht. Wie blicken Sie auf die Zukunft der Einrichtung?

Eigentlich sehr positiv. Wir haben ein wirklich tolles Team, gerade in Bezug auf die Schwimmmeister und Rettungsschwimmer. Das Gleiche gilt natürlich für die Badegäste. Wir haben schließlich kaum Polizeieinsätze und wenn einem von Zeit zu Zeit auch die ein oder andere Beleidigung an den Kopf geworfen wird, lässt sich das meiste doch im Dialog lösen.
Das Zwischenmenschliche passt, genauso wie die Zusammenarbeit mit der Verwaltung. Es ist ein Miteinander und dafür bin ich dankbar.