Maßnahme 12: Präventionsstrategie zum Schutz vor sexualisierter Gewalt

Kindeswohlgefährdungen durch Gewalt, Missbrauch oder Vernachlässigung zu begegnen, gehört zu den klassischen Aufgaben kommunaler Kinder- und Jugendpolitik.

Auch wenn Remchingen als kreisangehörige Kommune keine eigenen Strukturen hat, die für den Kinderschutz zuständig sind, liegen auch in unserem Zuständigkeitsbereich viele Aufgaben, für die eine konzeptionelle Vorgehensweise den Kinderschutz besser sicherstellen würde, zum Beispiel in der Zusammenarbeit mit Vereinen, in Bildungseinrichtungen oder bei der Schulträgerschaft. 

Die Vereinsförderrichtlinien werden ergänzt. Die von der Gemeinde geförderten Vereine verpflichten sich, die Qualifizierung ihrer ehren- und nebenamtlich tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für ihre Tätigkeit in der Kinder- und Jugendarbeit sicherzustellen. Die bestehenden Präventions- und Schutzkonzepte ihrer Verbände zum Schutz von Kindern und Jugendlichen werden in der alltäglichen Kinder- und Jugendarbeit umgesetzt. Die Schutzkonzepte werden der Kommune einmal jährlich zur Überprüfung vorgelegt.

Die Kindergärten bieten für die Schulanfängerkinder und deren Eltern Präventionsprogramme wie zum Beispiel „Ich bin doch kein Heini!” an. Mittelfristig wird angestrebt, die Präventionsstrategie von Kindergärten und Schulen aufein-ander abzustimmen. Auch an den Schulen werden Schutzkonzepte entsprechend der landesweiten Vorgaben erarbeitet. Der Haushaltsplan 2026 stellt zudem ein Budget für die schulische Präventionsarbeit bereit. Somit erstreckt sich die Präventionsarbeit im Bildungsbereich sowohl auf die Kindertagesstätten als auch auf die Schulen. 

Fazit: 

Die Maßnahme befindet sich in der Umsetzung. Die Anpassung der Vereinsförderrichtlinien wurde vom Gemeinderat
beschlossen. Den Schulanfängerkindern werden regelmäßig die Präventionsprogramme "Ich bin doch kein Heini!" sowie "Echte Schätze!" in den Einrichtungen angeboten. Auch in den Schulen befinden sich Schutz- und Präventionsprogramme in Entwicklung. 

Die Schulsozialarbeit hat für alle Remchinger Schulen ein Konzept für die Prävention vor sexualisierter Gewalt erstellt. Ziel ist es, eine Übersicht über die jeweiligen Konzepte der Kindergärten und Schulen zu gewinnen. In einem weiteren Schritt können gegebenenfalls Anpassungen vorgenommen werden, damit die Prävention besser aufeinander abgestimmt werden kann. Ein eigenständiges kommunales Präventionskonzept ist derzeit jedoch nicht vorgesehen, da durch den Gesetzgeber bereits umfangreiche Regelungen der Schutzkonzepte gestellt werden. Durch neue Entwicklungen im rechtlichen Bereich, zum Beispiel den aktualisierten Orientierungsplan für Bildung und Erziehung, werden sich Kinderschutz und -partizipation zudem auch ohne zusätzliche Parallelstrukturen als Leitprinzipien etablieren.