Nöttinger Geschichte und Geschichten

Das Nöttinger Wappen, seit 1895

Das einstige Nöttinger Ortswappen trägt nn silbernem Feld eine fünf-blättrige rote Rose, zwischen den Rosenblättern fünf grüne Blätter. Erfahren Sie, wie die Nöttinger zu ihrem Spottnamen "Die Siebsaicher" kamen. Im Anschluß lesen Sie interessante Fakten aus der Geschichte der Evangelischen Kirche in Nöttingen.

Informatives und Wissenswertes über den Spottnamen "Die Nöttinger Siebsaicher"

Der Name "Siebsaicher", ursprünglich und vermutlich "Siebseiher", ist bestimmt auf den Nöttinger Familiennamen Siebler, "Siebmacher", zurückzuführen. 

Weit vor dem Mittelalter wurden teils die Berufsbezeichnungen des jeweils ausgeführten Handwerks als Familienname übernommen. So wurden die Ziegelmacher darum "Ziegler" genannt, die Sattelmacher "Sattler", der Tuchweber "Weber", der Seilmacher "Sailer", der Hafner bzw. Töpfer "Ölschläger". Der Reigen der von Berufen abgeleiteten Familiennamen ließe sich noch beliebig weiterführen. 

Aber nun wieder zurück zum hiesigen "Siebsaicher bzw. Siebseiher". Die Produkte der Nöttinger Siebler-Familie, der Siebhersteller, waren in ihrer Vielseitigkeit und Qualität vermutlich so gut, dass die Siebe in einem dünnen Tuch ausgelegt auch mal als Seiher (Filter) für Flüssigkeiten Verwendung fanden und somit sprach man vom Siebseiher.

In meiner Jugendzeit wurde diese Handhabung, das Sieb, darüber das dünne Seihtuch als Filter beim Mostablassen noch praktiziert. Für Neunmalkluge, die es ja schon immer gab, bereitete die schelmische Umwandlung des Wortes "Seiher" zum "Saicher" (Pinkler) eine wahre Freude und sollte wohl den Spott auf diese Berufsgilde zum Ausdruck bringen, "die Siebsaicher".

Eine andere Erklärung für diesen Spottnamen ist kaum denkbar, denn auch in keiner urkundlichen Niederschrift aus der Nöttinger Vergangenheit ist zu entnehmen, dass hiesige Bürger aus Freude oder Notwendigkeit jemals in oder durch einen Sieb gepinkelt (gesaicht) hätten.

Nur, wer spricht oder spräche derzeit noch und in welchem Zusammenhang über die erwähnten ortsbezogenen Spottnamen?

Es war wohl einmal...

Jawohl, es gab eine Zeit als man sich öffentlich zum "Siebsaicher" bekannte. Ich erinnere mich noch gut an die Jahre nach 1933, als damals die allgemeine Wehrpflicht wieder eingeführt wurde und die Wehrerfassung der Jungen Männer stattfand. Mit einem festlich geschmückten Pferdefuhrwerk wurde in Pforzheim bei der Musterungsbehörde vorgefahren. An dem jeweiligen Nöttinger Wagen war in sichtbarer Höhe  ein großes Sieb angebracht, darüber eine große Puppe in gebeugter Haltung und mit blankem Hinterteil. Sie symbolisierte den erfundenen "Nöttinger Siebsaicher".  

Kurt Bittighofer


Evangelische Kirche Nöttingen

Fast ein biblisches Alter hat die evangelische Kirche in Nöttingen. Obwohl von den ursprünglichen Mauern der Kirche keine erkennbaren Reste erhalten sind, gehen Fachleute aufgrund der stark verschwenkten Lage der Chorachse davon aus, dass die Kirche auf alten Fundamenten wieder errichtet wurde. Ein Steinrelief, das vor einigen Jahren in drei Teile zerschlagen an der nördlichen Kirchenmauer gefunden wurde, stammt Experten zufolge aus den Jahren 950 bis 1000 nach Christus. Es zeigt Symbole aus den Evangelien. Noch heute schmückt dieses Steinrelief die nördliche Kirchenwand den Gottesdienstraum. Die ältesten erhaltenen Bauteile sind der östliche Chorturm in die Sakristei an dessen Nordseite. Der Türbogen sowie die Fensterleibungen aus Sandstein weisen die Jahreszahl 1609 auf. Auch die Eichentüre mit kunstvollen Eisenbeschlägen ist erhalten. Mehrfach wurde die Kirche an- und umgebaut.

Viele Dokumente aus den Jahren 1735 und danach sind erhalten, als die Gemeinde 49 lutherische Haushaltungen zählte. Damals bekam der Totengräber je nach Grabgröße 15, 20 oder 30 Kreuzer. Die Hebamme bekam 32 Kreuzer je Kindbetterin und war von den Frondiensten befreit. 1754 wurde zur Besoldung des Pfarrers festgelegt, dass er neben freier Wohnung im Pfarrhaus mit Küchen- und Krautgarten noch die Hälfte des Zehnten in Nöttingen von Sommergerste, Erbsen, Linsen, Bohnen, Wicken Hirse, Magsamen, Welschkorn und Hanf erhält sowie aus Darmsbach die Hälfte des Zehnten von Sommergerste, Hanf, Obst, Nüssen und was sonst noch angebaut wurde. Dazu kam der Blutzehnte der verkauften Kälber.

Zuletzt wurde die Kirche vor zwei Jahren renoviert, saniert und behutsam wieder so hergestellt, wie sie zur Zeit der Romanik ausgesehen haben könnte. Die Kirchturmuhr wurde überholt und Zeiger und Ziffern vergoldet. Bei der Renovierung fand man einen Metallstummel im Mauerwerk, der vor sehr langer Zeit der Zeiger einer Sonnenuhr gewesen ist. Diese wurde nach Vorbildern an ähnlichen Kirchen wieder hergestellt.

Über die bewegte Geschichte der Kirchenglocken hat Eberhard Leonhard eine ausführliche Chronik erstellt. Darin heißt es, dass bei einem Raubkrieg 1692 Franzosen in zerstörerischer Absicht Nöttingen heimsuchten, die Kirchenbücher verbrannten und die drei schönen Glocken raubten. Von dem viel später wieder beschafften Geläut mußte 1917 eine nur 27 Jahre alte Glocke für das Vaterland geopfert werden. 1925 waren wieder drei Glocken im Kirchturm, doch 1942 mussten wieder zwei schwere Glocken dem Vaterland geopfert werden. Eine davon kam 1947 ohne Klöppel zurück. Als Ersatz für die andere war kein Metall aufzutreiben und man hielt die Glockengießerei durch Zusendung von Haferflocken und Tabak bei Laune, bis im Februar 1949 die 1237 Kilogramm schwere Glocke abgeholt werden konnte. Eine elektrische Läuteanlage ersetzte 1955 die Läutebuben.

Die erste urkundliche Erwähnung der Kirche in Nöttingen fand man im Jahr 1170, als der Abt Heinrich und der Konvent von Sinsheim ihr Gut in Dietenhausen an das Kloster Herrenalb verkauften. Den Mönchen von Herrenalb und den ihnen gehörenden Bauern dieser Siedlung sollten Holz-, Waid- und Allmendberechtigungen sowie alle Nutzungen wie den Kirchenspielgenossen von Nöttingen und Ellmendingen zustehen. Nöttingen hat dem Ortshistoriker Otto Bickel zufolge wahrscheinlich im Kirchenbezirk eine tragende Rolle gespielt. Er fand heraus, dass in Nöttingen 1268 Pfarrer Pleban Egilolf gewohnt hat, auch ein Dekan des Landeskapitels Pforzheim und 1324 hatte Dekan Rudolf von Rutelingen seinen Wohnsitz in diesem Ort. Das Patronatsrecht hatte das angesehene Geschlecht der Herren von Roßwag. Damals ging das nicht sehr konfliktarm zu, denn aufgrund von Familienstreitereien ergab sich, dass das Patronatsrecht bisher dem Ritter Heinrich von Alt-Roßwag gehört habe. Dieser habe im Jahr 1301 seine Ansprüche seinem Vetter Rudolf von Roßwag, ein Mitglied des Hochadels, geschenkt. Dieser verkaufte noch im selben Jahr den Fronhof zu Nöttingen an das Kloster Herrenalb. Im frühen Mittelalter versuchten die Leute durch großzügige Spenden an die Kirche ihr Seelenheil zu erkaufen. So fanden Historiker Aufzeichnungen, nach denen sich am 3. April 1443 Schultheiß, Richter und Gemeinde von Nöttingen für eine volle Priesterpfünde an der Pfarrkirche von Nöttingen und der Tochterkapelle zum heiligen Kreuz in Darmsbach Erlösung und Seelenheil für sich und ihre Nachkommen erhofften. Erst Martin Luther brachte 1517 den Mut auf, seinem Kurfürsten, dem Kaiser und dem Papst zu sagen, was es für eine Heuchelei mit dem Ablaß und sonstigem Aberglauben auf sich hatte. Herzog Ulrich von Württemberg hatte 1535 nach seiner Regierungsübernahme die Reformation durchgeführt. Dies bewirkte auch die Auflösung der Klöster in Herrenalb und Maulbronn.

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