Remchingen erhält das Siegel "Kinderfreundliche Kommune"

Remchingen erhält das Siegel "Kinderfreundliche Kommune"

Die feierliche Siegelübergabe wurde zusammen mit den Schülern und der Schulband "Lametha" der Bergschule Singen, den Kindern der Kindertagesstätten "Am Römerhof" und "Mosaik" sowie der Musik- und Kunstschule Westlicher Enzkreis e.V. und zahlreichen Besuchern fröhlich gefeiert. Die Gemeindeverwaltung bedankt sich bei allen Beteiligten für die tollen Beiträge.

Als zweite Kommune in Baden-Württemberg erhält Remchingen das Siegel "Kinderfreundliche Kommune". Damit wird der engagierte Einsatz der Kommune für die Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte des Kindes ausgezeichnet. Gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen hat Remchingen innerhalb eines Jahres einen herausragenden Aktionsplan für Kinderfreundlichkeit erarbeitet, der in den kommenden drei Jahren umgesetzt werden soll. Mit dem Erhalt des Siegels stellt sich Remchingen einem regelmäßigen Prüfverfahren. Das Siegel vergibt der von UNICEF Deutschland und dem Deutschen Kinderhilfswerk getragene Verein "Kinderfreundliche Kommunen e.V.".

"Die Siegelverleihung ist ein erster Höhepunkt im Verfahren 'Kinderfreundliche Kommunen'. Das Siegel gibt es nur, wenn ein Aktionsplan vorgelegt wird, der die Anstrengungsbereitschaft der Stadt zur Umsetzung von Kinderrechten deutlich erkennbar aufzeigt", sagt Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes. "Remchingen hat das Verfahren sehr überzeugend durchlaufen und hochgesteckte Ziele formuliert. Die Maßnahmen im Aktionsplan zeugen von dem festen Willen und der Kompetenz, die Stadt kinder-und jugendfreundlicher zu machen. Bei der Umsetzung dieser Maßnahmen wird der Verein 'Kinderfreundliche Kommunen e.V.' die Gemeinde gern unterstützen. Beispielsweise darin, die Kinder- und Jugendbeteiligung zu einem festen Bestandteil der Kommunalpolitik zu machen. Herzlichen Glückwunsch zum Siegel", so Hofmann weiter.

Der Sachverständige des Vereins "Kinderfreundliche Kommunen e.V." Franz Waldmann begrüßt die Verleihung des Siegels: "Remchingen geht einen richtigen, wichtigen und mutigen Weg. In jungen Jahren lernen, sich zu informieren, sich zu beteiligen, eigene Rechte - vielleicht auch Pflichten - zu kennen und einzufordern um damit fit fürs Leben zu werden. Es wird für alle Beteiligten ein nicht ganz bequemer Weg werden. Remchingen hat bewiesen, dass die Kommune nicht nur "scharf" auf das Siegel ist, sondern auch dahintersteht. Besonders lobenswert fand ich den Projekttag am 23. September 2016, während dessen sehr viele mit uns Sachverständigen ins Gespräch gekommen sind. Bei der Vorlage des Aktionsplans konnten sich die Sachverständigen gewiss sein, dass die Ideen im Rahmen der Möglichkeiten der Kommune berücksichtigt werden. Besonderer Dank gilt Bürgermeister Prayon und besonders von Seiten der Sachverständigen Michaela Ungerer; herzlichen Dank für die Offenheit und die konstruktive Zusammenarbeit."

"Mit großer Freude nehmen wir die Nachricht entgegen, dass wir das Siegel 'Kinderfreundliche Kommunen' als zweite baden-württembergische Kommune verliehen bekommen! Diese Auszeichnung ist eine großartige Bestätigung unserer gemeinsamen Arbeit und eine enorme Motivation für die engagierte Umsetzung der anstehenden Aufgaben für die Kinder und Jugendlichen in unserer Gemeinde", erläutert Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon und ergänzt: "Das Siegel symbolisiert unsere Selbstverpflichtung und den Vertrauensvorschuss des Vereins 'Kinderfreundliche Kommunen e.V.', dass die Gemeinde Remchingen mit der Umsetzung des Aktionsplans die UN-Kinderrechtskonvention wirkungsvoll anwenden wird."

Das Siegel basiert auf der Child Friendly Cities Initiative, für die das UNICEF-Forschungszentrum Innocenti Research in Florenz internationale Standards und Instrumente entwickelte. Kernelemente sind: die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen, eine kinderfreundliche Rahmengebung, ein übergreifender Aktionsplan, eine Interessenvertretung für Kinder, der Vorrang des Kindeswohls, ein ausgewiesener Kinder- und Jugendetat, ein regelmäßiger Bericht der Kommune, sowie die Information über Kinderrechte und die Unterstützung von Kinderrechtsorganisationen.

Die Kommunen beginnen mit einer Standortbestimmung anhand eines Fragebogens für die Verwaltung sowie Kinder und Jugendliche. Workshops mit Kindern und Jugendlichen ermitteln deren Wünsche und Vorschläge, die in den Aktionsplan einfließen. Darin sind die Ziele, Zeitpläne und Verantwortlichkeiten festgehalten. Der Aktionsplan wird vom Stadt- oder Gemeinderat beschlossen und bildet die Grundlage für die Vergabe des Siegels. So wird also kein Ergebnis zertifiziert, sondern ein Prozess. Dieser wird von einer Sachverständigenkommission unterstützt und regelmäßig evaluiert. Das Siegel wird für drei Jahre an Remchingen vergeben und kann danach mit einem neuen Aktionsplan verlängert werden.

Das Vorhaben "Kinderfreundliche Kommunen" wird teilweise gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

https://www.dkhw.de/presse/schlagzeilen-archiv/schlagzeilen-details/remchingen-erhaelt-das-siegel-kinderfreundliche-kommune-als-zweite-kommune-in-baden-wuerttemberg/

Quelle: Deutsches Kinderhilfswerk  e.V., Pressemitteilung vom 18.07.17

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